
9. 1. 12
Ursprünglich hatte die SPD sogar 6000 Sozialarbeiter gefordert, die den
Eltern, Lehrerinnen und Lehrern helfen sollen, alle Leistungsangebote
des Bildungs- und Teilhabepaketes zum Wohle der Kinder und Jugendlichen
auch wirklich nutzen zu können. CDU, CSU und FDP wollten ursprünglich
nur zehn-Euro-Gutscheine an bedürftige Kinder verteilen, sagt René
Röspel: „Damit könnte man sich kein Instrument, keine Fußballschuhe und
noch nicht mal das Busticket kaufen, um regelmäßig zum Sportverein zu
fahren.“ Diese Regelung sei in den Anhörungen von allen Experten,
kommunalen Vertretern und Wohlfahrtsverbänden auch wegen der damit
verbundenen „unglaublichen Bürokratie“ abgelehnt worden.
Röspel fürchtet allerdings, dass die Hoffnung des stellvertretenden
Leiters des Fachbereichs Jugend und Soziales, Reinhard Goldbach, die
Schulsozialarbeit auch über das Jahr 2013 – solange wird sie vom Bund
finanziert – erhalten zu können, „bitter enttäuscht“ wird: „Die
Entscheidung, die Finanzierung aus Bundesmitteln auf Dauer zu sichern
oder doch zumindest zu verlängern, wird leider vor der nächsten
Bundestagswahl getroffen.“ Für die SPD sei es wichtig gewesen,
verlässliche Strukturen zu schaffen: „Damit konnten wir uns aber nicht
durchsetzen“, bedauert Röspel.
Man habe dem Bildungspaket trotzdem zugestimmt, um die anderen von der
SPD „hineinverhandelten“ Verbesserungen nicht zu gefährden. So wurde das
Paket auch auf 500 000 Kinder ausgeweitet, deren Eltern Kinderzuschlag
oder Wohngeld empfangen. Das Mittagessen bekommen nun alle bedürftigen
Kinder, unabhängig davon, wo sie es einnehmen. Die schwarz-gelbe
Regierung wollte nur für Kinder in Schulen und Kindertageseinrichtungen,
aber nicht in der Kindertagespflege und in Horten einen Zuschuss
bezahlen. Leider sei auch das bis 2013 befristet.